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Ein Albtraum Namens Amazon 


Lesezeit: 5 Minuten

Die meisten Verkäufer verbindet wohl eine komplexe Hassliebe mit Amazon – einerseits lässt sich über keinen anderen Verkaufskanal eine solch hohe Anzahl an potenziellen Kunden erreichen, andererseits treibt Amazon die Verkäufer mit Auflagen, Restriktionen, Sanktionen und mangelhafter Kommunikation oftmals in den Wahnsinn. Und nicht nur das – auch schwere finanzielle Einbußen sind an der Tagesordnung, wenn Amazon mal wieder scheinbar willkürliche Entscheidungen wie Account-Sperrungen umsetzt. Aber nicht nur Amazon macht den Händlern das Leben schwer, auch die Verkäufer unter sich kämpfen um Klicks, Kunden und Conversions und überschreiten dabei im harten Konkurrenzkampf oftmals die Grenzen zur Illegalität. Wie sich die Marktmacht von Amazon bei allen Vorzügen, die das Portal mit sich bringt, auch negativ bemerkbar machen kann, erfährst du im Folgenden. Wir stellen dir zwei Fälle vor, wie die Zusammenarbeit mit Amazon im schlechtesten Fall laufen kann. Und sagen dir, wie du geschäftsschädigende Entwicklungen möglichst effektiv umgehst.

Fall 1: Von Klagewellen und Urkundenfälschungen

Es gibt viele Amazon Storys rund um konkurrierende Verkäufer und verrückte Rechtsfälle. Ein Fall bleibt dabei jedoch besonders im Gedächtnis: der Streit von zwei Amazon-Händlern mit einem dritten, besonders hartnäckigen Konkurrenten im Jahr 2018. Alle drei verkaufen Schwangerschafts- und Ovulationstests über Amazon – ein hart umkämpftes Produktsegment, in dem besonders viele Anbieter um die begehrte Buy Box kämpfen. Und dies wohl teilweise mit harten Bandagen. Denn der Konkurrent bombardiert die beiden Anbieter seit 2017 mit ungerechtfertigten Abmahnungen. Die beiden wehren sich mithilfe von Anwälten und erzielen schließlich wegen mutmaßlichen Rezessionsbetrugs eine Sperrung des Händler-Accounts.

Dieser schießt jedoch zurück. Plötzlich und ohne Vorwarnung werden aus unerfindlichen Gründen die wichtigsten Bestseller-Produkte der beiden Amazon-Verkäufer gesperrt und von der Plattform entfernt, was für die Händler zu Umsatzeinbußen im hohen, fünfstelligen Bereich führt. Nachdem der Anwalt der beiden die Rechtsabteilung von Amazon mehrfach um eine Stellungnahme bittet, erfährt er schließlich nach einer langwierigen, mühsamen Kommunikation den Grund für das Entfernen der Bestseller-Produkte. Amazon hat mehrere Briefe vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn bekommen. Die Behörde überwacht die Arzneisicherheit in Deutschland und erfasst mögliche Risiken und Gesetzesverstöße. Die Aussage des Instituts: Die Produkte der Seller seien nicht zugelassen.

Das offiziell wirkende Schreiben in Beamtendeutsch, gespickt mit dem Adler des Bundesamtes und diversen Paragrafen wirkt authentisch auf Amazon. In dem Dokument heißt es:

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