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Eine Plage made in China

Lesezeit: 3 Minuten

Es mag verlockend erscheinen, schnell und günstig über Shopify einen Dropshipping-Shop ins Leben zu rufen und ihn mit allen möglichen Produkten zu bestücken. Klar, denn mittlerweile dauert eine solche Shoperstellung sowie die Auswahl und Integration von Produkten noch nicht einmal einen ganzen Tag. Eine nette Spielerei, die für den Betreiber kaum Geld kostet und auch mal eben schnell und ohne große Vorkenntnisse machbar ist. Dank der Vielzahl an günstigen chinesischen Produkten, die mit einem Klick im Shop verfügbar sind.

Schaut man jedoch genauer hin und testen das Betreiben eines solchen Shops einmal real mit echten Produkten und Kunden, wird schnell klar. Es gibt bei diesem Handel keine Gewinner – außer wahrscheinlich dem Dropshipping-Lieferanten. Denn was sich hinter der bildlich gut dargestellten Ware verbirgt, ist meist billigster Schrott, der kaum einen Kunden zufriedenstellt.

Ein Erfahrungsbericht

Hans P. aus Berlin möchte für den Geburtstag eines Freundes ein hochwertiges Fotostativ bestellen. Er googelt nach bestimmten Modellen und bekommt anschließend personalisierte Werbung auf seinem Instagram Account. Die tollen Produktfotos und der kleine Präsentationsfilm überzeugen und Hans P. plant zu bestellen. Er setzt sich ein Lesezeichen zur Website und möchte zwei Tage später ordern. Als er die Webseite aufruft, erscheint die Meldung, dass es diese Seite nicht mehr gibt. Etwas irritiert stößt Hans P. nach kurzer Suche erneut auf die Werbeanzeige zum Produkt, die diesmal zu einer anderen Website führt. Er bestellt dort das Stativ für 50 Euro inklusive Versand. Dummerweise hat er übersehen, dass die Ware aus China kommt. Er muss nun also längere Versandzeiten in Kauf nehmen und hat zusätzlich Bedenken, dass es Probleme mit dem Zoll geben könnte. Zu spät, die Bestellung ist durch. Zwei Wochen später bekommt er den Artikel von der Post zugestellt und hält einen qualitativ minderwertigen Selfiestick in der Hand. Warenwert geschätzt etwa 0,99 Euro. Hans P. ist sauer, er nimmt Kontakt zum Verkäufer auf und möchte sein Geld zurückerstattet bekommen. Der Verkäufer bietet ihm 10 Euro Rabatt an oder eine Rücksendung auf die Kosten von Hans P. Hans P. schickt den Stick zähneknirschend für 20 Euro Versandkosten, die er selbst tragen muss, zurück. Kein Geburtstagsgeschenk, dafür jede Menge Ärger und sinnlose Kosten.

Hans P. versucht es noch einmal – diesmal über einen anderen Shop. Von Kamera Stativen hat er die Nase voll, jetzt entscheidet er sich für ein stylishes Frisbee – ein Trendteil für jeden Outdoor-Sportler. Das Frisbee kostet 8 Euro plus Versandkosten. Aufmerksam wird er darauf ebenfalls über eine Instagram Anzeige mit einer Verlinkung auf die Landingpage des Online-Shops. Ein toller Imagefilm zum Frisbee wartet auf ihn und er ist überzeugt: Das Frisbee ist eine gute Entscheidung. Er bestellt und wartet etwa 3 Wochen auf das Paket. Nichts passiert. Mit viel Mühe und einem chinesischen Trackingcode gelingt es ihm schließlich, seine Ware ausfindig zu machen. Sie hängt seit einer Woche an einem chinesischen Flughafen fest. Da der Geburtstag bereits immer näher rückt, sucht er das Frisbee bei einem anderen Händler im Netz, um es rechtzeitig zu erhalten. Bei einem deutschen Händler mit 2 Tagen Lieferzeit wird er fündig – hier gibt es das gleiche Frisbee im 3-er Set für 12 Euro, versandkostenfrei. Einige Tage später kommen beide Lieferungen an und es handelt sich tatsächlich um identische Produkte. Hans P. ist schockiert.

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