Dropshipping Magazine
Mindset Start-Up

Selbstdisziplin im Home-Office

Lesezeit: 4 Minuten

Die Covid-19 Krise bringt viele Neuerungen mit sich – unter anderem den plötzlichen Zwang zum Home-Office. Während Home-Office bereits seit Jahren von vielen Arbeitnehmern gewünscht wird und bisher nicht überall auf Begeisterung stieß, ist das Arbeiten von Zuhause jetzt unumgänglich geworden. Ein für nie möglich gehaltener Feldversuch, ein ungewolltes Experiment, das ganz Deutschland betrifft. Viele bekommen das Home-Office vom Arbeitgeber vorgegeben und einige direkt vom Staat. Denn Menschen, die unter Krankheitsverdacht stehen, dürfen mindestens zwei Wochen das Haus nicht verlassen. Auch Schlüsselpositionen, Führungskräfte und Vorstände sind betroffen – wichtige Konferenzen und Hauptversammlungen müssen jetzt plötzlich digital abgehalten werden, kurze Absprachen beim Kaffee in der Büroküche sind passé. Emotionen und persönliche Zusammenarbeit bleiben auf der Strecke, wichtig werden dafür Selbstdisziplin und Eigeninitiative. Ein gutes Learning für die, die sich schon immer mehr Home-Office gewünscht haben und die, die ohnehin geplant haben, sich selbstständig zu machen. Also auch für dich als Dropshipper.

Nicht jeder Mitarbeiter kommt mit der plötzlichen Selbstständigkeit klar, denn viele Menschen verlassen sich im Büro allzu oft auf die Führung und Anweisungen von oben. Fällt diese Orientierung plötzlich weg, entsteht Überforderung und Ratlosigkeit. Älteren Menschen fällt das selbstständige Arbeiten von Zuhause aus leichter, zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der „Wirtschaftswoche“. 80 Prozent der über 40-Jährigen waren motiviert, wesentlich mehr als bei den unter 40-Jährigen. Die jüngeren Befragten gaben an, oftmals Schwierigkeiten damit zu haben, sich selbst zu organisieren. Außerdem beklagten sie Langweile alleine Zuhause. Vielen fehlt die menschliche Nähe, der tägliche Austausch und Diskurs, das rege Treiben und die Arbeitsatmosphäre. Einfach das pulsierende Leben, dass in den gemeinschaftlichen Büros stattfindet. Eben das Flair, dass die Mitarbeiter zu Motivation und Kreativität anregt. Dafür entsteht jetzt etwas ganz Neues, das es vorher so kaum gegeben hat: digitale Nähe. Unrasierte Gesichter, behangene Wäscheständer und private Kunst und Einblicke im Arbeits- oder Wohnzimmer. So ist man sich manchmal sogar näher als im klassischen Büro. Mitarbeiter und Führungskräfte geben intime Einblicke ins Privatleben. Insbesondere für Mitarbeiter und Manager, die eher den unkonventionellen Kommunikationsstil pflegen, ist das Home-Office trotzdem eine Herausforderung. Denn Mitarbeiter physisch abklappern, um Aufgaben und Fakten zu besprechen, fällt jetzt schlichtweg weg.

Die Vorteile sind nicht von der Hand zu weisen

Die Umstellung hat aber auch viele guten Seiten. Denn plötzlich diszipliniert sich auch der unselbstständigste Mitarbeiter – und muss lernen, mit der neuen Situation umzugehen. Vorher kaum genutzte Tools wie Skype oder Zoom werden plötzlich wichtig, jeder Mitarbeiter muss sich damit auseinandersetzen, auch digital zu arbeiten und aus gewohnten Strukturen auszubrechen. Daraus ergeben sich viele Vorteile: Deutschland digitalisiert sich im Eiltempo, Freiheit und Selbstorganisation sind allgegenwärtig. Aus dieser Situation können wir alle lernen.

Ein weiterer Vorteil: Ineffiziente Meetings und Besprechungen fallen weg. Während früher Diskussionen oftmals in langwierigen Für-und-Wider Argumentationen mündeten, sind solche zeitraubenden Besprechungen digital heute nicht mehr möglich. Meetings werden kürzer und ergebnisorientierter abgehalten, viele Dienstreisen fallen weg. Das spart wiederum Kosten und Zeit. Neue, digitale Vertriebswege eröffnen darüber hinaus auch neue Chancen. Ein neuer Spirit läutet einen neuen Zeitgeist ein, digitale Lösungen mit vielen Beteiligten und einer hohen Interaktion sind nun scheinbar problemlos möglich.

Das kollektive, selbstständige Arbeiten im Home-Office ist 2020 aus einer Notwendigkeit entstanden und unterstützt jetzt den Trend und die Entwicklung zum Home-Office. Unternehmen und Mitarbeiter sehen, dass es funktioniert – und das Bundesministerium für Arbeit will jetzt sogar das bundesweite Recht auf Home-Office durchsetzen. Arbeitsminister Hubertus Heil fordert, dieses Recht anzuerkennen – dort, wo es technisch und von den Arbeitsinhalten möglich ist. 2019 forderte Heil dieses Recht bereits zum ersten Mal – und scheiterte. Sind die Voraussetzungen nach der Corona-Krise dann andere?

Bitte logge dich ein, um diesen Bericht (sowie alle anderen) kostenfrei & vollständig zu lesen.

0
14

Sichere dir jetzt dein Exemplar!