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Mit der Amazon-Eigenmarke an die Börse

Ende August 2020 blickte man gespannt an die Börse. Grund war die Marke Anker, welche auf Amazon aufgebaut wurde. Privat-Label, White-Label oder schlicht die Eigenmarke stehen hoch im Kurs. Warum dies so ist, soll dieser Bericht zeigen.

Anker ist eine chinesische Marke, die bereits im Jahre 2011 von Ex-Google-Ingenieur Steven Yang gegründet wurde. Am 24. August wurde sie dann an der Shenzhen Stock Exchange gelistet. Anker war eine der ersten Brands, die Konsequenz über Amazon aufgebaut wurde. Anker ist nun auf dem Weg zu einer Milliarde Dollar Umsatz im Jahr 2020 (zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses lag noch keine Handelsbilanz vor). So oder so, Anker öffnete sich Aktionären und gilt als Meisterbeispiel der Eigenmarke. Klar dürfte sein: Ohne den Marktplatz Amazon, gäbe es den Brand nicht in dieser heutigen Form. Das Interesse der chinesischen Finanzwelt war hoch, schließlich gehört es zu den erfolgreichsten Online-Playern des Landes und will die besagte Umsatzmilliarde knacken.

Spannend ist das Ganze auch für Dropshipper wie dich. Denn Anker gelang dieser Wurf als exklusive Amazon-Marke. Grundsätzlich könnte man diesen Gedanken ohne weites auf Dropshipping kopieren. Klar dürfe aber auch sein, ein zweites Anker ist nicht so einfach, wie es das eine oder andere YouTube-Video suggerieren will.

Eigenmarken sind in den letzten drei Jahren extrem in den Mittelpunkt gerückt. Bei manchen „Gurus“ mutierte dieser Ansatz als Allheilmittel. Getreu dem Motto, weil ein Produkt mit einem eigenen Markennamen auf Amazon ein eigenes Produkt darstellt, kann es ohne Wettbewerb verkauft werden. Zumindest auf der Produktebene, Stichwort Buy Box. Man könnte also dem klassischen Wiederverkauf und der damit einhergehenden Preisabwärtsspirale entkommen, so der Tenor. Zudem ermöglicht die direkte Abnahme vom Hersteller, anstelle von einem Zwischenhändler, eine höhere Marge. Klingt alles viel zu gut, um wahr zu sein? Richtig, denn die Folge dieses Eigenmarken-Booms war der „Knoblauchpressen-Effekt“. Gemeint ist, dass tausende von vergleichbaren Produkten, die sich teils nur durch das Logo der Verpackung unterscheiden, den Amazon Marktplatz überschwemmt haben. Eigenmarkenprodukte setzen auf umsatzstarke Kategorien und bilden daher das klassische „Winning Product“ ab. Diese „Bestseller“ sind es, die wohl bei Amazon-FBA als auch beim Dropshipping heiß begehrt sind. Gemein ist diesem, dass in der Regel für den Amazon-Verkäufer von einem Hersteller in Asien produziert wird. Zudem sind die begehrten Produkte klein, leicht und lassen sich außerdem in kleinformatigen Standardkartons versenden. Alle Produkte erfüllen zusätzlich eine weitere wichtige Regel: Sie zeichnen sich durch eine geringe Produktkomplexität und ein generisches Design aus. Die besagte Knoblauchpresse wird daher von hunderten Händler auf allen internationalen Amazon-Marktplätzen angeboten. Eben, weil sie vermeidlich alle Kriterien erfüllt. Doch schaut man genauer hin, erkennt man eben auch, dass solche Produkte vollständig austauschbar sind. Und auch wenn der Weg zur Amazon-Eigenmarke auf den ersten Blick nicht kompliziert daherkommt, so ist nicht alles Gold was glänzt!

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