Kooperation statt Konkurrenz – Zusammenarbeit unter Dropshippern

Zusammenarbeit mit anderen Dropshippern – das mag auf den ersten Blick befremdlich klingen: Schließlich stehst du in unmittelbarer oder mittelbarer Konkurrenz zu deinen Kollegen. Aber gibt es nicht auch viele Beispiele für Kooperationen, von denen beide Seiten profitiert haben?

Von Kooperation profitieren alle Beteiligten

Kooperationen zwischen Unternehmen sind völlig normal – auch innerhalb derselben Branche. Selbst große Konzerne, die um die Vormachtstellung auf einem Markt kämpfen, arbeiten punktuell zusammen – zum Beispiel in der Erforschung von Schlüsseltechnologien.

Auch die Mitgliedschaft in einem Unternehmerverband wie der IHK oder Branchenverbänden ist eine Form der Kooperation. Ihre Vorteile drücken sich nicht unbedingt in Zahlen aus, aber Verbände setzen sich für Rahmenbedingungen ein, die in deinem Interesse sein können: von rechtlichen Regelungen über Förderungen bis zu Standardisierungen.

Erfolgreiche Kooperationen schaffen Synergien

Als Dropshipper erforschst du keine Schlüsseltechnologien und benötigst in der Regel auch keine Standards, um deinen Markt zu erobern. Wie kannst du also von der Kooperation mit anderen Dropshippern profitieren?

Stell dir vor, du betreibst einen Shop für Babyspielzeug aus Holz. Du bekommst eine Anfrage von einem Dropshipper, der einen Shop für Schwangerschaftsprodukte bewirtschaftet. Befindest du dich im selben Markt wie dein Kooperationspartner, gibt es starke Überschneidungen in den angesprochenen Zielgruppen. Jede Partei hat bereits Informationen über die Zielgruppe gesammelt. Beide Seiten gewinnen ein genaueres Bild von ihren Kunden und können so effektiver kommunizieren.

Durch den Austausch verschafft ihr eurem Partner zwar Informationen, aber ihr seid keine direkten Konkurrenten. Beide Parteien profitieren von der Kooperation und stehen hinterher besser da als ohne die Kooperation.

Joint Venture: Gemeinsame Projekte durchführen

Angenommen, du schließt dich mit einem anderen Dropshipper zusammen, um einen gemeinsamen Shop aufzubauen, bei dem beide optimal ihre Fähigkeiten einbringen können. Zusammen könnt ihr so besser den neuen Markt angreifen, als ihr es im Alleingang geschafft hättet.

Gründet ihr eine eigene Firma für euer gemeinsames Projekt und bringt beide Kapital ein, handelt es sich um ein klassisches Joint Venture: Ihr tragt gemeinsam Führungsverantwortung und Risiko für die Unternehmung. Alternativ könnt ihr den neuen Shop aus euren bestehenden Unternehmen heraus gründen. Dann legt ein Vertrag alle Aspekte der Geschäftsbeziehung fest und definiert vertragliche Pflichten beider Parteien.

Aber Vorsicht: Nicht jede Kooperation, die auf dem Papier nach einer Win-win-Situation aussieht, ist sinnvoll. Nicht immer reicht ein gemeinsames Interesse aus, um ein Joint Venture gemeinsam dauerhaft zu führen. Zerbricht das Joint Venture, sind die daraus entstehenden negativen Effekte womöglich gravierender als der positive Effekt im Fall eines Erfolgs.

Informelle Kooperation auf Stammtischen, Workshops und Events

Bevor du eine Kooperation eingehst, solltest du also die möglichen Folgen eines Erfolgs bzw. Scheiterns des Joint Venture sorgfältig gegeneinander abwägen. Auch informelle Kooperationen können dir helfen, dein Unternehmen strategisch voranzubringen. Ein Stammtisch für Dropshipper, Online-Marketeers oder digitale Unternehmer ist so ein Ort der informellen Kooperation. Hier tauschst du Erfahrungen mit Kollegen aus und hast die Gelegenheit, aus den Fehlern anderer zu lernen.

So klappt es mit der Kooperation

Eine Kooperation zwischen Dropshippern kann ganz verschiedene Formen annehmen: von der informellen, kurzfristigen oder sporadischen Zusammenarbeit über feste Verträge bis zu gemeinsamen Unternehmensformen. Wichtig ist, dass du einerseits Chancen und Risiken einer möglichen Kooperation genau abwägst und eurer Kooperation eine angemessene Form gibst. Wie das Stammtisch-Beispiel zeigt, muss das nicht immer ein Vertrag sein.
Komplizierter wird es, wenn ihr nicht nur füreinander Dienstleistungen erbringt, sondern selbst als Einheit gegenüber anderen auftretet. Dann sind vertraglich definierte Joint Ventures für alle Beteiligten oft die sicherste Option.


Autor: Kilian Otte
Bildquelle: shutterstock_1937300755
08 Juli 2021